Mein wilder Einzug in Kanada

Der Atlantiksprung:

Air_Canada_DC-8-54
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Falls Sie glauben, Kanada sei nur ein gefrorenes Ödland voller Iglus und Eisbären: Herzlichen Glückwunsch – Sie sind genau auf denselben Mythos hereingefallen wie ich im Juni 1965.

Frisch aus dem anstrengenden Flug von Berlin kommend, stieg ich in Toronto aus dem Flugzeug, fest entschlossen, einen hervorragenden Eindruck zu hinterlassen. Natürlich trug ich mein bestes deutsches Sonntagsgewand: einen schweren Wollanzug, ein frisch gestärktes Hemd und eine eng sitzende Krawatte.

Statt der Arktis empfing mich jedoch eine erstickende Wand aus 38 Grad feuchter Hitze. Nach Luft schnappend, begann ich sofort, mir die Krawatte vom Hals zu reißen und mein Sakko auf das Rollfeld zu schleudern. Alles, was ich über das kanadische Wetter zu wissen geglaubt hatte, war eine glatte Lüge.

Ich sprach kein einziges Wort Englisch und besaß exakt einen Koffer – aber wie ich dort so stand, verschwitzt und völlig verwirrt, war ich bereit für den Kampf meines Lebens. Dies war der chaotische Auftakt zu 60 Jahren voller Überleben und Überraschungen

Um jedoch zu verstehen, wie ich in dieser kanadischen Hitze landen konnte, müssen wir zuerst zurück in die eiskalte Heimat reisen, wo alles mit einer magischen Knolle begann... [Weiter zu 'Meine Heimat']“